Zum Rücktritt vom Augsburger Bischof Mixa

Nun sind den Worten auch endlich Taten gefolgt – wenn man denn so will, denn eigentlich hat es viel zu lange gedauert, bis Bischof Mixa sich zu seinem Rücktritt bequemt hat. Schon seit Wochen ist immer wieder darüber berichtet worden, dass der Bischof des Bistums Augsburg sich nicht nur an Kinder vergriffen, sondern darüber hinaus auch noch Kirchengelder veruntreut hat. Darauf angesprochen hat Mixa alle Beschuldigungen bis zuletzt von sich zurückgewiesen – bis ihn die Vergangenheit dann doch eingeholt hat und ihm nichts mehr anderes übrig bliebt, als all seine Ämter aufzugeben. Bei diesem Fall stellen sich zahlreiche Fragen, unter anderem auch, warum es so lange gedauert hat bis er seine Schuld eingesteht und auch, warum ein Mensch, der als Erzmoralist gilt und jede Gelegenheit nutze, andere auf moralischer Ebene zu kritisieren, bei sich selber solche komplett anderen Maßstäbe anlegt.

Antworten werden sich auf einige dieser Frage wohl kaum oder aber nur unzureichend finden lassen, Fakt ist, dass dieser Fall die Diskussion über Rolle und auch die Machenschaften der katholischen Kirche bzw. ihrer „Gottesdiener“ im Allgemeinen einmal mehr angefacht hat. Bis zum Jahr 1996 hat Mixa Kinder nicht nur verprügelt, sondern sie in hohem Maße entwürdigend behandelt, so dass die Opfer darunter heute noch zu leiden haben. Im Gegensatz dazu klingt die Veruntreuung von Geldern, die eigentlich einem Waisenhaus zugute kommen sollten, beinahe trivial, aber man fragt sich doch, was für ein Mensch das sein muss, der sich auf moralischer und auch ethischer Ebene auf absolut unterstem Niveau bewegt und gleichzeitig diese Werte als Maßstab für alle Gläubigen predigt. Claudia Roth von den Grünen hatte Mixa schon lange auf dem Kieker, ihrer Meinung nach ist sein Rücktritt längst nicht ausreichend, um die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche wieder herzustellen. Auf jeden Fall ist durch die aktuellen Geschehnisse einiges ins Rollen gekommen und es bleibt abzuwarten, was sich daraus ergeben wird.

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