Glaube & Religion: In vielen Teilen der Welt Ursache für Demütigungen und Leid
Man mag es kaum glauben, aber Christen sind jene Menschen, die – was ihre religiöse Gesinnung angeht – weltweit am meisten verfolgt werden. Bei den Indern sind die Christen so zum Beispiel eher am unteren Ende des Kastensystems angesiedelt, dort gelten sie als „unberührbar“ – im schlimmsten Fall werden sie zur Zielscheibe radikaler Hindus, die Kirchen und Geschäfte von Christen überfallen. Von gemäßigten Hindus werden die Christen in Indien dagegen „nur“ mit Missachtung gestraft. Wenn dann zum Beispiel ein Angehöriger der hinduistischen Religion einen Christen heiraten möchte, dann kann das innerhalb der Familie auch schon mal zu großen Problemen führen, weil man sich verraten fühlt. So müssen heiratswillige Hindus dann schon mal ihre Identität aufgeben und sich vor ihrer eigenen Familie verstecken, wenn sie sich nicht davon abbringen lassen, einen Christen oder auch eine Christin zu heiraten.
Aber auch in vielen anderen Ländern werden Christen ausgegrenzt und überfallen – so zum Beispiel auch in Ägypten, China, Saudi-Arabien, im Irak, im Jemen, in Nigeria, auf den Malediven oder in Afghanistan. Und Nordkorea steht auf dem “Weltverfolgungsindex” von Open Doors, einer Hilfsorganisation für Religionsfreiheit, in Sachen Christenverfolgung sogar seit vielen Jahren an oberster Position. Von Christenverfolgung ist laut Open Doors dann die Rede, wenn „der Staat Einzelne oder ganze Gruppen von Christen wegen ihres Glaubens einsperrt, verletzt, foltert oder tötet, wie es die Realität in vielen Ländern ist und wenn Christen aufgrund ihres Glaubens beispielsweise ihre Arbeit oder ihre Lebensgrundlage verlieren, wenn Kinder aufgrund ihres Glaubens oder des Glaubens ihrer Eltern keine oder nur eine schlechte Schulbildung bekommen oder Christen aufgrund ihres Glaubens aus ihren angestammten Wohngebieten vertrieben werden.“
Auch die Sunniten im Norden des Irak hetzen gegen Andersgläubige, die in dieser Region auch immer wieder Opfer von Anschlägen und Übergriffen werden, viele von ihnen werden auch von den eigenen Nachbarn vertrieben. Auf der ganzen Welt kommt es tagtäglich zu Unruhen, die einen religiösen Ursprung bzw. Hintergrund haben und oft gibt es dabei Tote und Verletzte. Dabei lehrt der Glaube und die verschiedenen Religion doch eigentlich genau das Gegenteil – und ironischer Weise findet man genau hier auch den gemeinsamen Nenner bei dieser Thematik, denn es gibt nicht eine einzige Religion, die n i c h t zu Toleranz, Respekt und Verständnis aufruft.