„Lourdes“ und die ewige Frage nach dem Wunder
In dieser Woche kommt ein Film der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner in die deutschen Kinos, der nicht nur sehr sehenswert ist, sondern sich darüber hinaus auch noch mit einem Thema befasst, welches eigentlich alle Menschen betrifft – dem Glauben und hier im Speziellen dem Glauben an Wunder. Während der Glaube an Wunder für einige Menschen wichtig ist, können andere nun wieder gar nichts damit anfangen, und genau so geht es auch der Hauptperson im Film „Lourdes“, der 33-jährigen Christine (Sylvie Testud).
Seit ihrer Jugend leidet sie an Multipler Sklerose und die Krankheit ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann und auf ständige Betreuung angewiesen ist. Die einzige Möglichkeit, mal aus ihrem Alltag herauszukommen besteht darin, an den vom Malteser Orden organisierten Ausflügen teilzunehmen. Die Auswahl der Reiseziele ist dabei natürlich recht begrenzt, aber Christine ist froh, überhaupt mal etwa anderes sehen zu können.
Während die sie letzte Reise nach Rom verschlagen hat, steht diesmal der Wallfahrtsort Lourdes in Südfrankreich auf dem Programm: Die Pilgerstätte zieht Jahr für Jahr unzählige Gläubige, Verzweifelte und auch Kranke aus der ganzen Welt an, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie hoffen auf ein Wunder, und oft ist es das einzige, was sie noch am Leben hält: Die Hoffnung. Christine gehört jedoch nicht zu diesen Menschen, denn sie ist zum einen nicht besonders gläubig und zum anderen ist diese Fahrt nach Lourdes für sie wie jede andere Reise auch. Trotz ihrer Skepsis nimmt sie an den verschiedenen Wallfahrtsritualen teil, egal ob e sich dabei um den Besuch der Grotte oder auch ein Bad im Wasser handelt, um die Beichte oder die Abendmahlssegnung. Während der Fahrt kümmert sich Kuno (Bruno Todeschini), einer der Begleiter, rührend um sie und irgendwann muss sie feststellen, dass er ihr gefällt… Alles in allem sieht die Story des Films noch so einiges für Christine vor, und sicherlich wird an dieser Stelle nicht zu viel verraten, wenn man sagt, dass ausgerechnet ihr etwas wirklich „Wundervolles“ passiert. „Lourdes“ kommt am 1. April 2010 in die Kinos.
Tatsächlich kam es in Lourdes schon zu einigen Phänomenen, die man durchaus als Heilung bezeichnen könnte – von der Kirche wurden bislang 66 Wunder anerkannt, und ein Professor der medizinischen Fakultät der Universität von Montpellier bestätigt Mitte des 19. Jahrhunderts sieben Heilungen, die über einen Zeitraum von vier Jahren erfolgt sind.