


Der Islam
Der Islam („Unterwerfung“ oder Hingabe an Gott“) ist mit ca. 1,3 Milliarden Anhängern, Muslime oder Moslems genannt, die zweitgrößte Religion der Welt. Als streng monotheistische Religion lehnt der Islam Polytheismus ebenso wie die christliche Vorstellung von Inkarnation und Trinität ab. Der Islam gründet sich auf den Koran, der für gläubige Muslime das unverfälschte Wort Gottes darstellt; daneben glauben Muslime an die Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Mohammed. Nach islamischem Glauben erschien dem wahrscheinlich im Jahr 571 in Mekka geborenen Mohammed im Alter von etwa 40 Jahren der Erzengel Gabriel. Er offenbarte ihm Verse göttlichen Willens, die heute im Koran die Botschaft des Islams verkünden.
In der Glaubenslehre des Islams werden fünf Säulen genannt, die für jeden Muslimen von Bedeutung sein sollen. Das Glaubensbekenntnis (Schahada) bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer dem einzigen Gott und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist. Dieses ehrlich gesprochene Glaubensbekenntnis genügt, um ein Muslim zu werden. Es wird Neugeborenen als erstes ins Ohr geflüstert und Sterbenden als letztes Wort gegeben. Als Pflicht gilt das Gebet (Salāt), das zu festgelegten Zeiten fünfmal am Tag gebetet wird. Der Ruf des Muezzin fordert zu diesem Gebet auf. Für die rituelle Reinigung, die eigentlich mit reinem Wasser erfolgt, wird bei Wassermangel symbolisch Sand oder Staub verwendet (tayammum). Erlaubt ist auch ein Verkürzen, Zusammenlegen, Vorziehen oder Nachholen von Gebeten unter besonderen Bedingungen, etwa auf Reisen oder bei Krankheit. Das traditionelle mittägliche Freitagsgebet wird in der Gemeinschaft und möglichst in der Hauptmoschee verrichtet. Im Fastenmonat, der sich jährlich — gemessen am gregorianischen Kalender — um 11 Tage verschiebt, wird von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang gefastet. Man darf in dieser Zeit weder essen und trinken noch rauchen, soll zudem auf Enthaltsamkeit achten, um Gottes Befehl während des Tages zu genügen. Auch der Islam kennt den Propheten Jesus unter dem Namen Isa und verleiht ihm den Titel al-masih. Und Maria wird vielfach als Mutter des Propheten Jesus verehrt.
Der Islam teilt sich in mehrere Richtungen:
Wie man sieht, ist Islam nicht gleich Islam; radikale Ausprägungen existieren ohne Zweifel, bieten auch eine Grundlage für Terror, sind jedoch nur ein Teil des Glaubens und sollten niemanden zu Pauschalurteilen über den gesamten Islam verführen.