judentum

 

Das Judentum

Zum 15 Millionen Gläubige zählenden Judentum gehört nicht nur die Religion. Es integriert eine Gesamtheit aus Kultur, Geschichte und Tradition des sich als „Volk Israel“ bezeichnenden jüdischen Volkes. Das Judentum gilt aufgrund seiner frühen Verbreitung als erste Weltreligion, aus der sich laut Überlieferung Christentum und Islam entwickelten. Der Name der Religion geht zurück auf das Königreich Juda, dessen Stammesangehörige den Namen Juda trugen. Er bezieht sich somit nur auf einen Stamm der Stämme Gesamtisraels. Nach der Babylonischen Gefangenschaft erhielten dann alle Bewohner der Region von den umliegenden Völkern die Bezeichnung „Judäer“. Heiliges Buch ist die Tora. Sie basiert auf mündlichen und schriftlichen Überlieferungen und beinhaltet die Lehren, auf die der jüdische Glauben aufbaut. Daneben ist auch der Talmud von großer Bedeutung. Juden glauben daran, dass Moses von Gott die Tora erhielt; die Einhaltung der dort fixierten Regeln ist Pflicht eines frommen Juden. Das Judentum ist fast seit Anbeginn immer wieder Ziel von religiösen, ideologischen und politischen Anfeindungen und daher Pogromen und Verfolgungen ausgesetzt. Schrecklicher Teil jüdischer Geschichte ist die Shoa, der gezielte Versuch des nationalsozialistischen Deutschlands, das jüdische Volk auszurotten. Etwa 6 Millionen Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.

Ausgehend von der geistigen Entwicklung Europas ab Ende des 18. Jahrhunderts und vom amerikanischen Judentum entstanden verschiedene Hauptströmungen der jüdischen Religion, etwa

· das Orthodoxe Judentum (Modern Orthodox, Ultraorthodoxes Judentum und Neoorthodoxes Judentum),
· der Chassidismus,
· das Liberale Judentum,
· das Konservative Judentum
· und der Rekonstruktionismus.

Kleinere religiöse Strömungen des Judentums werden mit Jüdischer Mystik (siehe: mittelalterliche Kabbala), Jewish Renewal oder Neo-Chassidismus bezeichnet. Unter die laizistischen Strömungen des Judentums fallen das Säkulare Judentum und das Humanistische Judentum. Auch jüdische Freikirchen entstanden in Amerika, beispielsweise die messianischen Juden oder die Judenchristen. Letztere bekennen sich zum Christentum, evangelisch geprägt und doch daran interessiert, an jüdischer Identität festzuhalten und die jüdischen Traditionen zu pflegen.